Druckansicht - Mittwoch 10. März 2010
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BLINDENSPORT.AT
OEBSV

Sportarten:

  

Zuallererst versteht man - auch auf internationaler Ebene - Blindensport (blind sport) als kurzen und einprägsamen Begriff für „Sport für stark sehbehinderte und blinde Menschen". Dies ist somit keine Diskriminierung sehbehinderter, aber nicht blinder Menschen, sondern nur eine sprachliche Erleichterung, die zugegeben - für nicht Eingeweihte - immer dieser Erläuterung bedarf.
Blindensport ist aus mehreren Gründen keine willkürliche Assoziation sportlich Interessierter, die zufälligerweise blind oder stark sehbehindert sind:

  • Menschen lernen durch Nachahmung: Ab einem gewissen Grad an Sehschwäche kann man von anderen Menschen nichts mehr „abschauen" und nachmachen. Darum müssen solche Menschen gezielt trainiert werden, um bestimmte Dinge „richtig" oder überhaupt machen zu können (zB einen Ball werfen).
  • Menschen brauchen Bewegung: Viele Formen der Bewegung sind für blinde Menschen, aber auch für Sehbehinderte, alleine unmöglich oder sehr gefährlich, zB Laufen, Radfahren, Skifahren .... Sie brauchen darum Begleiter.
  • Moderne Menschen machen zuwenig Bewegung: So wie alle sind auch Blinde oft bewegungsfaul bzw. bietet der Arbeitsalltag wenig Bewegungsabwechslung. Blinde sind besonders gefährdet, weil sie sich schwerer allein sportlich betätigen können und vorwiegend sitzende Berufe ausüben, damit mehr Ausgleich benötigen.
  • Menschen brauchen den Vergleich mit anderen: Sport ist nicht die einzige, aber eine der geeignetsten Möglichkeiten, sich spielerisch zu messen. Viele „völlig" gesunde Menschen sehen darin einen bloßen Konkurrenzkampf, ein immer Besser-Sein-Wollen u.ä. - das ist mitunter auch der Fall. Für behinderte, besonders für blinde Menschen kommt aber hinzu, dass sie im Alltag wenig Vergleichsmöglichkeiten haben, bzw. sich oft nur als Bittsteller und Hilfloser empfinden müssen. Selbstwert kann sich nur entwickeln, wenn ein Maß zur Verfügung steht und die Möglichkeiten, sich und seine Fähigkeiten zu entwickeln und zu steigern - Sportskollegen sind dann nicht Konkurrenten, sondern auch Maßstab, wo man sich einordnen kann, Freunde, mit denen man sich weiterentwickeln und sich daran erfreuen kann.
  • Nicht alle Augenerkrankungen lassen alle sportlichen Betätigungen uneingeschränkt zu, weil Erschütterungen, Stöße oder hohe Anstrengungen das Auge in seiner Funktionalität beeinträchtigen können. Das Gefahrenpotential muss vom Facharzt geklärt werden! Wobei ein Bewegungsverbot niemals verordnet werden kann, weil es dem Menschen insgesamt mehr schadet als damit Sehkraft erhalten werden kann.
  • Schließlich gibt es auch Sportarten, die nur „blind" ausgeführt werden „dürfen", wie Torball oder akustisch gesteuertes Sportschießen. Auch das hat seinen Reiz, wenn normalsehende mit verbundenen Augen die Welt eines Blinden erleben können - in der vieles zu laut und manches zu leise geworden ist!

Innerhalb des Blindensports ist es somit möglich, sehr viele Aktivitätsbedürfnisse von Sehbehinderten abzudecken, von der Leichtathletik, über Schwimmen, Skifahren bis hin zum Schießen oder Kegeln.
www.blindensport.at soll eine Plattform sein, allen Sehbehinderten, die sportlich aktiv sein wollen, eine Auswahl an Sportarten, Trainingsgruppen, Vereinen und Veranstaltungen anzubieten oder bekannt zu machen.

Dies ist eine ständige Aufbauarbeit - bitte unterstützen Sie uns dabei!

    

  

Aufgaben des Fachausschusses Blinden- und Sehbehindertensport

  • Verbreitung des Sportangebotes für Blinde- und Sehbehinderte in allen Regionen Österreichs
  • Nationale Anlaufstelle/Vertretung einer Behinderungsgruppe auf allen Sportebenen und Beratung aller Institutionen in behinderungsspezifischen Fragen
  • Der FAUS (Fachausschuss) muss den Kontakt zum ÖBSV (Österreichischer Behindertensportverband) und zu den Leistungssportreferaten (Bundessportausschuß) für seine Behinderungsgruppe halten
  • Der FAUS muss den internationalen Kontakt zum behindertenspezifischen  Weltverband IBSA (International Blindsport Association) halten
  • Talentsuche auf Anfänger- und Breitensportkursen
  • Förderung des Breitensports, Schnupperkurse auf allen Altersebenen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren)
  • Administration und Organisation der behindertenspezifischen Sportarten
  • Erfassung der betreffenden behinderten SportlerInnen im gesamten Bundesgebiet (incl. Jugend- und Senioren)
  • Schaffung und Sicherung eines behindertenspezifischen Sportangebots auf regionaler und überregionaler Basis: Durchführung von Anfänger- und Multisportwochen in allen Sportarten und Durchführung von Anfänger, Fortgeschrittenen- und Kaderkursen in den FAUS-Sportarten
  • Organisation und Durchführung behindertenspezifischer Veranstaltungen (Turniere, ÖSTM + ÖM in allen FAUS-Sportarten)
  • Beschaffung und Dokumentation international gültiger Wettkampfregeln, Erstellung von Limits, Führung von Rekordlisten in den FAUS-Sportarten
  • Erstellung eines Jahres-Arbeitsplanes und Darstellung der Finanzierung desselben
  • Förderung von behinderungsspezifischen Aus- und Fortbildungen (ÜbungsleiterInnen, BetreuerInnen), Basiskurse mit verschiedenen Sportarten
  • Mitarbeit und Mitwirkung bei der nationalen und internationalen v.a. behinderungsspezifischen Klassifizierung (Regeln, Ausbildungen etc.)

Medizinische Klassifizierung

Es wird in 3 Klassen eingestuft:

  • B1 = Keine Lichtempfindlichkeit auf beiden Augen bis zu Lichtempfindlichkeit, jedoch unfähig, Umrisse oder eine Hand in irgend einer Entfernung oder Richtung wahrzunehmen.
  • B2 = Von der Fähigkeit, die Umrisse einer Hand zu erkennen bis zum Sehvermögen von 2/60 und/oder einem Gesichtsfeld von weniger als 5°.
  • B3 = Von einem Sehvermögen über 2/60 bis zu 6/60 und/oder einem Gesichtsfeld von mehr als 5° und weniger als 20°.

Alle Klassifikationen werden beim besseren Auge und mit bestmöglicher Korrektur durchgeführt. Unabhängig davon, ob Gläser bzw. Kontaktlinsen während der Sportausübung getragen werden. Die Sportler werden national von Augenfachärzten eingestuft. Nimmt ein Sportler an einer internationalen Großveranstaltung teil (EM, WM oder Paralympics), wird die Klassifizierung von einer authorisierten Person der IBSA (International Blindsport Association) vorgenommen.

  


Vorschau
Ski Alpin - ÖM Senioren
Beginn: 13.03.2010

Ski Alpin - Springer Rennen
Beginn: 14.03.2010

Ski Alpin - Skikurs Senioren
Beginn: 11.04.2010

Schwimmen LM Wien
Beginn: 25.04.2010

ÖM Straßenlauf
Beginn: 01.05.2010
© 2005 Fachausschuss Blinden- und Sehbehindertensport in Österreich, powered by: siteswift.com
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