Asyl statt Tore

07.09.2007 - Bei der Torball-WM in Innsbruck sind die Betreuer des Kameruner Teams verschwunden, die Sportler stellen nun einen Asylantrag. Hervorragende Spiele, Super-Stimmung auf den Tribünen und Zufriedenheit bei den Organisatoren. Die Torball-WM sorgte bisher nur für positive Schlagzeilen.

  

Doch jetzt sorgt ein Skandal für Missstimmung. Die drei Betreuer der Herren-Torballnationalmannschaft Kameruns haben sich am Dienstag von ihren vier Sportlern entfernt. Die Veranstalter der WM haben das Verschwinden der Personen an die Polizei gemeldet. Wo sich die drei Afrikaner inzwischen aufhalten, ist nicht bekannt.

Das Betreuer-Trio ist nicht nur abgehaut, es hat auch noch die kompletten Reisedokumente der zurückgebliebenen Mannschaft mitgenommen. "Wir haben den Torballern aus Kamerun angeboten, ihnen bei der Beschaffung der Rückreisedokumente behilflich zu sein. Außerdem haben wir ihnen eine zusätzliche Betreuerin zugeteilt", betonte Max Ott, IBSA-Torballchef und Vizepräsident des Österreichischen Behindertensportverbandes.

Dem nicht genug. Die vier Torballer haben den WM-Veranstalter darüber informiert, dass sie einen Asylantrag stellen wollen. "Als Grund haben sie angegeben, dass sie Angst haben, in ihrem Heimatland inhaftiert zu werden", so Ott. "Alle sieben Teammitglieder müssten gemeinsam nach Kamerun zurückkehren, ansonsten würde die Polizei dort sie festnehmen." Nach dieser Entscheidung der vier Sportler wurden sie von den WM-Organisatoren zur Polizeidirektion Innsbruck gebracht.

"Der Veranstalter hat den Kamerunern den Flug zur WM bezahlt, der ÖBSV bedauert, dass die drei Personen die WM zur Flucht aus ihrem Heimatland benutzt haben. Im Vorfeld war niemandem die Absicht der Kameruner bekannt, erklärte WM-Sprecherin Barbara Hoffmann.

  

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